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Buch der Woche vom 20.01.2020 – 24.01.2020

Neil Shusterman

Kompass ohne Norden

Caden Bosch ist 15 Jahre alt, lebt mit Eltern und kleiner Schwester in einer durchschnittlichen Familie in einer amerikanischen Stadt, besucht mit durchschnittlichem Erfolg eine Highschool – an ihm ist wirklich nichts Besonderes, was ihn zum Helden eines Romans machen könnte. Bis er eines Tages in eine völlig andere Realität abgleitet…

Caden lebt plötzlich in einer Parallelwelt und ist Teil einer Schiffsmannschaft mit unbekannten Regeln und einem einäugigen Kapitän mit einem einäugigen Papagei auf der Schulter. Diese Welt verschlingt ihn geradezu, so dass er alltäglichen Situationen seines realen Lebens nicht mehr gewachsen ist und ständig auf der Flucht ist. Wovor er flüchtet, weiß er nicht, nur dass er unterwegs sein muss. Sein Zustand ist für alle Beteiligten unerträglich und beängstigend.

In der Psychiatrie werden eine bipolare Störung und eine schizoaffektive Psychose diagnostiziert, aber Therapeuten und Mitpatienten sind unversehens der böse Kapitän und die Schiffsmannschaft, so dass Caden sich völlig in der Tiefe verliert.
Neal Shusterman hat für diesen Roman das Leben und Erleben seines eigenen Sohnes als Vorlage, der im Alter von 16 Jahren psychisch erkrankte und in einem langen Genesungsprozess lernen musste, dass seine psychische Erkrankung nicht heilbar ist, sondern immer Bestandteil seines Lebens bleiben wird.

Es ist ein mutiges, teilweise verstörendes Buch, wenn man als Leser den irrsinnigen Gedankengängen Cadens folgt, aber es lohnt sich, denn es hilft, die Situation von psychisch Erkrankten besser zu verstehen.

Lesetipp für alle, die an Psychologie interessiert sind.


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